Abschlagsteuer - Zinsen und Zinserträge erfahren eine neue Besteuerung ab dem 01.01.2009

Abschlagsteuer - Zinsen und Zinserträge im Kontext der Abschlagsteuer ab dem 01.01.2009

Eine der wichtigsten Änderungen im Bereich der Besteuerung von Kapitalanlagen wird per Januar 2009 in Kraft treten - die Abgeltungssteuer. Vielfach wird sie auch Abschlagsteuer genannt, da die bisher auf Zinserträge abzuführende Steuer Zinsabschlagsteuer heißt.

Zinsrechner

Startkapital Euro
regelmäßige monatliche Sparrate Euro

Jahreszinssatz %
Anlagezeitraum  

Steuersatz %
Freibetrag Euro
Zinsertrag (brutto) Euro
abz. Steuern Euro
Endkapital Euro

Zinsen und Zinserträge werden nach aktuellem Recht mit 30% Zinsabschlagsteuer und hierauf nochmals 5,5% Solidaritätszuschlag besteuert. Insgesamt ergibt sich eine Belastung für Sparer von ca. 32%. Allerdings ist es möglich, Zinsen und Zinserträge zumindest bis zu einer festgelegten Summe freizustellen. Der Auftrag hierfür heißt Freistellungsauftrag und gilt aktuell über einen Freibetrag von 750 Euro sowie einer Werbungskostenpauschale von 51 Euro.

Mit Einführung der Abgeltungs- bzw. Abschlagsteuer wird auch die steuerliche Behandlung von Zinserträgen neu geregelt. Diese werden ab sofort, analog der Besteuerung anderer Kapitalerträge, mit pauschal 25% Abgeltungssteuer belegt. Hinzu kommen noch die auch bisher geltenden 5,5% Solidaritätszuschlag. Neu ist, dass auch für Kapitalerträge nun die Kirchensteuer berechnet wird.

Trotz dessen ergibt sich ab Januar 2009 eine Belastung für Zinsen und Zinserträge von nur noch ca. 28%, also knapp 4% weniger. Dies ist vor allem für Menschen interessant, deren Sparerfreibetrag bereits ausgeschöpft ist und die ihre Zinsen und Zinserträge versteuern müssen.

Auch mit Einführung der Abschlagsteuer bleibt der Freibetrag für Sparer erhalten. Dieser nennt sich ab dann Sparerpauschbetrag, seine Höhe bleibt bei 801 Euro bestehen. Die Möglichkeit, gesonderte Werbungskosten geltend zu machen, entfällt jedoch.

Bis zu diesem Betrag wird die Bank demnach auch weiterhin die Zinsen steuerfrei an den Anleger auszahlen. Anleger, die ihre Kapitalanlagen bei verschiedenen Banken abgeschlossen haben, können den Sparerpauschbetrag auch teilen. Allerdings darf die Summe aller gestellten Aufträge den Höchstbetrag von 801 Euro nicht übersteigen.

Erst wenn Zinserträge den Sparerpauschbetrag übersteigen, müssen diese mit dem Abgeltungssteuersatz versteuert werden. Die Berechnung der Steuern wird, wie bei Zinserträgen bisher schon, von der Bank, bei der die Kapitalanlagen abgeschlossen wurden, vorgenommen und ans Finanzamt überwiesen. Die Anleger erhalten nach Abschluss des Kalenderjahres hierüber allerdings eine entsprechende Bescheinigung.

Weitere Informationen zur neuen Abschlagsteuer ab dem 01.01.2009:

Die Besteuerung von Investmentfonds und Dividenden:
Investmentfonds und Dividenden ab dem 01.01.2009

Zertifikate mit Übergangsregelung:
Die Besteuerung von Zertifikaten ab dem 01.01.2009

Aktien und Aktienfonds im Überblick ab dem 01.01.2009:
Aktien und Aktienfonds im Zeichen der Abschlagsteuer