Halbeinkünfteverfahren

Abschlagsteuer – Halbeinkünfteverfahren und die Änderungen zum 01.01.2009

Durch eine Änderung der Unternehmensbesteuerung wurde 2002 das Halbeinkünfteverfahren eingeführt, denn seit diesem Zeitpunkt hatten Anleger nicht mehr die Möglichkeit, die von Unternehmen auf ihre Gewinne bezahlte Körperschaftssteuer auf Dividendenerträge anzurechnen.

Seitdem mussten Erträge aus Dividenden nur noch zur Hälfte versteuert werden, was die Attraktivität von Aktien deutlich erhöhte, denn deren Gesamtrendite stieg. Gleiches gilt bisher noch für Ausschüttungen bei Aktienfonds, die ja ebenfalls zu fast 100% aus Dividendenerträgen der im Fonds enthaltenen Aktien stammen.

Erträge aus Dividenden sowie Ausschüttungen von Aktienfonds können jedoch ebenfalls wie Zinserträge über den Freistellungsauftrag freigestellt werden. Dies ist analog der derzeitigen Rechtssprechung. Nur die über den Freibetrag hinaus erzielten Dividenden müssen mit ihrem halben Betrag versteuert werden.

Diese Regelung wird jedoch mit Einführung der Abschlagsteuer am 01.01.2009 aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt müssen Anleger die erhaltenen Dividenden sowie die Ausschüttungen aus Aktienfonds voll versteuern. Dies führt zwangsläufig zu einer höheren Steuerlast, die die Rendite nachhaltig negativ beeinflusst.

Somit sind vor allem Aktien mit einer hohen Dividendenrendite, zum Beispiel deutsche Standardwerte, sowie Fonds, die sich auf diese Aktien spezialisieren, für Anleger weniger interessant. Ein Ausweichen auf eher kleinere Werte, die zwar nur eine geringe Dividende, dafür aber hohe Kursgewinne bieten, ist ebenfalls nicht lukrativ, denn auch die Kursgewinne müssen künftig in ihrer vollen Höhe versteuert werden.

Natürlich ist es weiterhin möglich, Dividendenerträge freizustellen. Hierfür steht jedem Anleger ab 2009 der so genannte Sparerpauschbetrag zur Verfügung, der in Höhe von 801 Euro gestellt werden kann. Bis zu dieser Höhe sind Dividendenerträge steuerfrei.

Allerdings ist es mit Einführung der Abschlagsteuer nicht mehr möglich, die tatsächlichen Werbungskosten, die etwa durch Beratungshonorare oder Depotgebühren anfallen, anrechnen zu lassen. Die Steuerlast auf Dividenden beträgt ab 2009 pauschal 25% zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag und, sofern der Anleger kirchensteuerpflichtig ist, muss auch die Kirchensteuer angerechnet werden. Insgesamt müssen Besitzer von Aktien nun ca. 28% Steuern auf ihre Dividenden bezahlen.


Weitere wichtige Änderungen durch die Abschlagsteuer ab dem 01.01.2009:

Wesentliche Änderungen ab dem 01.01.2009:
Die Änderungen zur Spekulationsfrist ab dem 01.01.2009

Verluste verrechnen ab dem 01.01.2009:
Die Möglichkeit der Verlustverrechnung ab dem 01.01.2009

Zusätzlich zu beachten ab dem 01.01.2009:
Persönlicher Steuersatz im Kontext der neuen Abschlagsteuer

Zuzüglich zur Abschlagsteuer zu zahlen:
Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag ab dem 01.01.2009